Praxis für Logopädie & Ergotherapie Alexandra Klever & Team, Solingen

Das Perfetti Konzept

Dieses Behandlungskonzept beruht auf der kognitiven Therapie von Prof. Carlo Perfetti.
Sie besagt, dass eine Bewegung nicht erst mit der Kontraktion des Muskels beginnt, sondern bereits mit der Bewegungsplanung im Gehirn.

Da der Bereich des Gehirns angeregt werden soll, der für Motorik zuständig ist, richtet sich die Therapie auf die Bewegungsvorstellung vor Ausübung.

Um gezielte Handlungen ausführen zu können, ist ein Zusammenwirken sensomotorischer, kognitiver, perzeptiver, aber auch emotionaler Leistungen notwendig.

Das Therapiekonzept ist nicht starr, sondern wird ständig nach den neusten Erkenntnissen der Forschung und ergotherapeutischen Praxis weiterentwickelt und an jeden Patienten individuell angepasst.
Das Perfetti- Konzept wird von diplomierten Ergotherapeuten nach Abschluss ihrer Ausbildung in speziellen Weiterbildungskursen erlernt.

Befunderstellung

  • Beobachtung von festgestellten Handlungsabläufen nach festgestellten Kriterien
  • Analyse der beobachteten Handlungsabläufe
  • Prüfung der Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Abläufe führen können

Durchführung

Die Durchführung der Übungen erfolgt in den meisten Fällen mit geschlossenen Augen, damit der Patient seine Aufmerksamkeit besser auf die sensiblen Reize setzen kann. Vor Durchführung der Übung wird festgelegt auf welche Informationen der Patient besonders achten soll, wie z.B. Oberflächenstruktur, Winkel, Länge, etc.

Therapieziel

In der Therapie wird versucht, die Hirnstruktur so anzuregen, dass grundlegende Gehirnfunktionen wieder aufgebaut werden, um auf diese Weise die Bewegungskontrolle neu zu erarbeiten.

Welche Patienten profitieren von einer Behandlung nach dem Perfetti-Konzept?

Die Behandlung nach dem Perfetti Konzept ist empfehlenswert für alle orthopädischen, neurologischen und geriatrischen Patienten mit entsprechenden Problemen in der Reizaufnahme, Reizverarbeitung und Reizweiterleitung im Bereich der Oberflächen- und Tiefensensibilität, der Bewegungswahrnehmung sowie der adäquaten Bewegungskoordination.

Die genannten Beschwerdebilder können auftreten

  • nach einem Schlaganfall
  • nach Tumoroperationen
  • nach einem Schädelhirntrauma
  • bei Patienten mit Parkinson oder Multipler Sklerose